ein umgestürzter Baum liegt auf einer Terasse

Zieht Euch warm an !

Heute ist der 20. Oktober und ich habe in Badehose auf der Terrasse gesessen. In der Sonne und windgeschützt war das durchaus angenehm. Ich möchte jetzt keine abgedroschenen Witze über den Klimawandel machen aber diesen Aspekt lassen ich mir durchaus gefallen. Im letzten Herbst ist mir auf besagte Terrasse ein riesiger Baum aus Nachbars Garten gefallen. Wir Stadtbewohner waren uns nicht einig, ob es eine Fichte oder eine Tanne gewesen war. Womit wir bei dem Aspekt wären, der mir am wenigsten an den zeitgenössischen Klimaphänomenen behagt. Nicht nur die Ahnungslosigkeit der Stadtmenschen in Naturangelegenheiten, sondern auch die Heftigkeit der Wetterextreme ist schon eher beängstigend. Jetzt verstehe ich die Gallier um Asterix endlich besser, die vor nichts anderem Angst hatten außer, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fiel. Soweit ich das verstanden habe ist es wissenschaftlich noch nicht einwandfrei bewiesen, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist. Es deutet wohl alles darauf hin aber vor Gericht würde der Mensch vermutlich aus Mangel aus Beweisen freigesprochen werden. Vor dem letzten Gericht würde das bestimmt anders verlaufen. Womit wir bei Glaubensfragen wären. Die Begründung für die Ursache des Klimawandels scheint eine Glaubensfrage zu sein. Einer der mächtigsten Politiker der Welt möchte beispielsweise Umweltstandards in seinem Land abbauen und der guten sauberen Kohle wieder zu altem Glanz verhelfen. Er glaubt fest an das, was er sagt. Glaube kann ja bekanntlich Berge versetzen. In diesem Fall Kohleberge. Meine Oma glaubte beispielsweise nicht, dass Biogemüse gesünder als herkömmliches sei. Wir konnten dann stundenlang diskutieren und kamen selbstverständlich zu keinem Ergebnis. Immerhin war ihr die Glaubensfreiheit wichtig und es gibt keinen Zwang zum Konsens. Jeder nach seiner Facon sozusagen. Präsidenten der USA haben traditionell mehr Einfluss auf das Weltgeschehen, als das meine Oma das hatte. Jetzt ist der aktuelle Präsident der USA meiner Oma auch noch intellektuell unterlegen. Er mag einen guten Geschäftssinn haben oder zumindest skrupellos genug für gute Geschäfte zu sein und einen guten Riecher für Populismus zu haben aber wenn er den Mund aufmacht kommt meist peinlicher Müll heraus. Wenn ich genau überlege fällt mir auch fast niemand ein, der Herrn Trump intellektuell unterlegen zu sein scheint. Ich kenne ein paar geistig behinderte Menschen, die Herrn Trump rhetorisch knapp  unterlegen wären. Sie sind ihm aber alle in seelischer Hinsicht weit überlegen. Aber lassen wir den armen Milliardär in Ruhe. Er ist ja nur ein Symptom. Er verleiht ja nur der weißen, halbgebildeten und von Armut bedrohten Landbevölkerung der USA eine Stimme. Er nutzt lediglich die Angst dieser Menschen für seine Zwecke. Kann man ihm das etwa zu Vorwurf machen? Ja. Juckt ihn das? Nein. Ich persönlich bin der Meinung die Menschheit sollte sorgsamer mit ihren Ressourcen umgehen. Während ich mir auf die Schulter klopfe, weil ich meinen Zweitwagen abgeschaffte habe, verbrauche ich alleine täglich aber immer noch mehr Energie und Rohstoffe als ganze Großfamilien in den Slums dieser Welt. Ich würde auch keine Politikerin oder Politiker wählen, die von mir verlangen ebenso zu leben wie die Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern. Eher welche die versprechen allen Menschen Wohlstand zu verschaffen. Zugegeben, das klingt auch ein bisschen nach Populismus. Für die weiße linksliberale Stadtbevölkerung Europas. Nächste Woche ist Hessenwahl. Die Slums und der Hunger auf dieser Welt stehen dort in keinem Wahlprogramm ganz vorne. Eher so unter ferner liefen. Ich wüsste auch nicht wie die hessische SPD die Armut und Ausbeutung der afrikanischen und asiatischen Länder bekämpfen sollte. Die haben ja ihre eigenen Probleme. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass sich die Armut vieler Menschen, die Ausbeutung der Lebensräume und der Ausgleich verschiedener Interessen nur in der internationalen Zusammenarbeit verbessern können. Die ist gerade aber leider voll out. America first, Brexit, wir holen uns unser Volk zurück und so weiter. Während ich in der Sonne sitze, die Problem der Welt bedenke und an meinem Teint arbeite, frage ich mich wo eigentlich das Ozonloch geblieben ist. Vielleicht kann ich den Klimawandel aussitzen wie das Waldsterben, den drohenden Atomkrieg oder Tschernobyl? Das habe ich immerhin alles überlebt. Beunruhigend ist nur, dass die Franzosen auch über den Klimawandel sprechen. Sauren Regen und Radioaktivität gab es dort ja nie. Klimaerwärmung schon. Scheint kein typisch deutsches Angstphänomen zu sein, sondern tatsächlich ernst. Zieht Euch warm an.

2 Kommentare zu „Zieht Euch warm an !“

  1. Deine Gedanken kann ich nachvollziehen. Noch ist es ja ganz gemütlich hier.
    Die Welt wird durch den Klimawandel auch nicht untergehen. Nur werden die Lebensbedingungen für uns Europäer vielleicht etwas näher an die der Afrikaner, Inder oder Südamerikaner herunterkommen. Vielleicht gibt es ja bald Entwicklungshelfer aus der dritten Welt, die uns zeigen, wie man überlebt, wenn die gesamte Infrastruktur nicht mehr funktioniert z.B. weil es nicht mehr genügend Wasser in den Flüssen gibt, um die Kraftwerke zu kühlen oder die Kohle zu transportieren.

    Kleine Auffrischung zum Thema Ozonloch: Ein Bekannter aus Australien schickte mir ein Bild von einem wascheimergroßen Spender für Sonnencreme Faktor 50. Steht dort in jeder Schule.

    Gefällt 2 Personen

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