Alles für die Katz Teil 11

Was bisher geschah Teil 10

Morgen war endlich der große Tag des Umzugs gekommen, den Thomas so herbeigesehnt hatte. Die Verantwortung lastet schwer auf seinen Schultern und er hatte es satt immer für alles den Kopf hinhalten zu müssen. Der heutige Tag hatte ihm den Rest gegeben. Schon am frühen Morgen war er mit den Mitarbeitern der Werkstatt für Behinderte am Möbelmarkt verabredet gewesen. Die Möbel mussten eigeladen und in die Wohnung gebracht werden. Der Hausmeister war von Thomas mit dem Wohnungsschlüssel zu Wohnung bestellt worden. Er musste warten, da die Werkstattmitarbeiter zwar gründlich aber sehr langsam arbeiteten. Das hatte Thomas unterschätzt und musste sich das Gezeter des Hausmeisters anhören, der schließlich besseres zu tun hätte als rumzustehen. Der Gruppenleiter, des Montagetrupps wollte sofort wieder abhauen als sich herausstelle, dass es in der Wohnung keinen Strom mehr gab. Das Paar musste wohl versäumt haben, in den vergangenen Wochen die Stromrechnung zu bezahlen. Alle machten Thomas dafür verantwortlich und erwarteten, dass er das Problem löste. Kurzerhand organisierte er ein Stromkabel und überredete die Nachbarin Frau Alsheimer eine Steckdose zur Verfügung zu stellen. Das Kabel, das quer durchs Treppenhaus verlief wurde ordnungsgemäß festgeklebt damit niemand stolpern konnte. Nachdem er vom Hausmeister den Wohnungsschlüssel in Empfang genommen hatte und dem Gruppenleiter erklärt hatte wo die Möbel montiert werden sollten, machte er sich auf den Weg, um das Bargeld für das Tierheim abzuholen. Mit einem dicken Bündel kleiner Geldscheine in der Tasche fühlte sich Thomas überhaupt nicht wohl. Er würde das Geld zu Hause aufbewahren müssen, da er morgen sehr früh in das Tierheim fahren wollte. Mit den Tieren im Gepäck würde er anschließend das Paar aus der Unterkunft holen und alle in die Wohnung bringen. Damit dieser Plan aufging müssten alle mitspielen. Bei dem Gedanken plötzlich mit den Tieren alleine dazustehen, da das Paar mal wieder nicht greifbar war, wurde Thomas jedes mal ganz mulmig. Es gelang im jedoch immer wieder den Gedanken beiseite zu schieben. Er würde das Paar noch mal besuchen, um es auf den morgigen Tag einzuschwören.

Frau Feyerabend hatte wieder einen guten Tag erwischt. Sie begrüßte Thomas fröhlich und hörte sich nochmals geduldig Thomas Plan für den Umzug an. „Was soll die Katze denn morgen Fressen? Und das Katzenklo ist auch entsorgt worden. Die macht uns die ganze neue Wohnung voll. Das ist ja nur eine Stubenkatze, die nicht raus kann“, gab sie zu bedenken. Das fiel ihr wieder früh ein, dachte Thomas verärgert. Er hatte sich nie mit Haustierhaltung beschäftigt. Er war davon ausgegangen, dass das Paar diese Dinge bei der Planung berücksichtigt hatte. „Gehen Sie doch heute zum Tierhandel und besorgen das noch“, versuchte Thomas abzuwimmeln. Ihm war aber klar welche Einwände gleich kamen. „Ohne Geld? Wissen Sie eigentlich wie schwer so ein Sack Katzenstreu ist?“, erwiderte sie erwartungsgemäß. „Na gut. Lassen Sie uns schnell zum Mamas- Liebling- Tiermarkt fahren und was besorgen. Ein paar Euro dürften noch übrig sein von Ihrem Geld“, gab Thomas schließlich nach. Seinen pünktlichen Feierabend konnte er vergessen. Im Tierhandel angekommen strebte Frau Feyerabend zielstrebig zur Abteilung mit dem Katzenfutter. „Das hier mag mein Liebling so gerne“, sagte sie während sie auf die teuersten Futterdosen im ganzen Laden zeigte. Mit gereiftem Rinder Entrecote für ihren Schatz, las Thomas verblüfft auf der Dose. „Frau Feyerabend, da kostet eine Dose soviel wie ich für den gesamten Einkauf kalkuliert habe. Schauen sie doch mal hier gibt es preiswertes Futter der Firma Nein“, erklärte Thomas und suchte nach weiteren Angeboten. Er entdeckte Dosen mit Weihnachtsdekoration auf denen zu lesen war: Bringen Sie ihre Liebsten gut durch die Weihnachtszeit. Edelfisch für die Katze. Begeistert schaute er zu Frau Feyerabend, um ihr die heruntergesetzten Dosen zu zeigen. In dem Moment sah er wie sie eine der teuren Dosen in ihrer Jackentasche verschwinden ließ. Verdutzt sah er sie an. Frau Feyerabend schien ganz in ihrem Element und ließ eine zweite Dose folgen. „Frau Feyerabend, bitte legen sie die Dosen wieder zurück. Sie bringen uns in Teufels Küche“, flehte Thomas. „Da ist es gar nicht so schlimm wie sie glauben“, antwortete sie und versuchte eine dritte Dose in ihrer Handtasche unterzubringen. Thomas wollte seine Bitte gerade wiederholen als ein dunkelhaariger Mann mit grimmigen Blick seine Hand auf Frau Feyerabends Schulter legte und sagte: „Sicherheitsdienst. Ich muss Sie auffordern Ihre Tasche auszuleeren.“ Thomas hatte ihn nicht kommen sehen. Er schien regelrecht hinter einem Regal gelauert zu haben. „Das ist ein Missverständnis. Wir wollen die Ware kaufen“, stotterte Thomas. „Jeder Diebstahl wird zur Anzeige gebracht. Bitte folgen Sie mir“, entgegnete der Sicherheitsmann routiniert. Im Büro mussten Thomas und Frau Feyerabend ihre Taschen ausleeren. Thomas protestierte: „Ich habe nichts gestohlen. So können Sie mich nicht behandeln.“ Gelangweilt antwortete der Sicherheitsmann: „Wenn Sie nichts gestohlen haben, dann dürften Sie auch kein Problem haben Ihren Tascheninhalt zu zeigen. Sollten Sie nichts gestohlen haben dürfen Sie wieder gehen. Sollten Sie sich weigern ihre Taschen auszuleeren oder etwas gestohlen haben rufe ich die Polizei.“ Frau Feyerabend giftete: „Dann ruf doch die Bullen du Arsch“. In den Augen des Sicherheitsmanns fing es gefährlich an zu blitzen, als er sich Frau Feyerabend zuwandte. „Dich kenn ich doch. Dich habe ich doch schon mal erwischt. Du bist doch sonst immer mit dem anderen Stricher unterwegs“, erwiderte er grimmig. Thomas wusste nicht, ob er empört oder verängstigt sein sollte als der Mann ihnen mit seinem Gesicht ganz nah kam. Frau Feyerabend schrie: „Ich geb Dir gleich …“ und erhob ihre Hand. Thomas hielt sie am Ärmel fest und jammerte. „Bitte Frau Feyerabend beruhigen Sie sich doch. Das lässt sich sicher alles klären. ich bin doch Sozialarbeiter…“ Der Sicherheitsmann und Frau Feyerabend schauten Thomas mit einem merkwürdigen Gesichtsausdruck an. Dem Sicherheitsmann schien klar zu werden, dass Thomas kein Stricher war und er bürokratische Probleme bekommen könnte, wenn er die Junkiebraut schlug. Frau Feyerabend schien eben erst bewusst zu werden, dass Thomas ein Weichei war, das keine Ahnung vom Leben auf der Straße hatte. „Hinsetzen! Ich ruf jetzt die Bullen.“, befahl der Sicherheitsmann zu Thomas Erleichterung.

Fortsetzung Teil 12

10 Kommentare zu „Alles für die Katz Teil 11“

      1. Ja, das klingt einfach nach einem herausforderndem Lernfeld, das man aber bewältigen kann. Und so gesehen befinde ich mich in einem ganz ähnlichen Lernfeld, auch wenn die Umstände ganz andere sind. Aber mein Job fordert mich genau dort heraus, seit Jahren. Und er hat mich in dem Thema schon ein gutes Stückchen voran gebracht, damit bin ich zufrieden.

        Es sagte mal jemand zu mir: Jeder hat das Lernfeld, mit dem er umgehen kann. Und ich glaube, dass da was dran ist. Ich habe nicht deines gewählt und du nicht meines usw.

        Gefällt 1 Person

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