Prekäre Lebensbedingungen erhöhen Infektionsrisiko in spanischen Arbeitervierteln

Ein Beitrag über soziale Ungleichheiten in Zeiten von Corona aus einem der Brennpunkte Europas.

Hans-Günter Kellner

Die spanische Regierung hat den Alarmzustand erneut um weitere zwei Wochen verlängert. Schon seit dem 15. März dürfen die Spanier ihre Wohnungen nur noch für den Weg zur Arbeit verlassen, zum Einkaufen oder, um den Hund auszuführen. Dennoch kann sich nicht jeder in gleichem Maß schützen. Je prekärer die Lebens- und Arbeitsbedingungen, um so höher das Infektions- ja sogar das Sterberisiko, sagen Epidemiologen.

von Hans-Günter Kellner, Madrid

Freitagabend im Madrider Stadtteil Vallecas. Trotz Ausgangssperre sind viele Menschen unterwegs, auf dem Heimweg vom Einkauf oder von der Arbeit. Silvia, Einwanderin aus Lateinamerika, kommt aus der U-Bahn und rückt sich den Gesichtsschutz zurecht. Sie arbeite ständig, sogar, als die Bevölkerung zwei Wochen nicht mal zum Arbeiten die Wohnung verlassen sollte, erzählt sie. Sie arbeite als „interna“ in einer Familie im Zentrum, das heißt, sie putzt, wäscht, kocht und kümmert sich auch die Kinder und Großeltern. „Und klar, beim Heimweg sind viele Leute…

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