Etagere mit Obst

Hey folks, ich sage Euch jetzt endlich mal die Wahrheit

Wichtig ist was hinten rauskommt. Das soll einmal ein großer Deutscher gesagt haben. Augenzeugen zufolge soll er sogar sehr groß und massig gewesen sein. Er hatte genau genommen genug Masse für gleich zwei Deutsche. Das hielt ihn aber nicht davon ab von seinen eigentlich viel schmächtigeren Landsleuten zu verlangen, den Gürtel enger zu schnallen. Eigentlich bin ich heute noch sehr belustigt über diesen Ausspruch, auch wenn es schwierige Momente in meinem Leben gab, in denen ich aufgrund meiner blühenden Phantasie, Bilder im Kopf hatte von dem, was aus diesem massigen Mann alles hinten herauskommen konnte. Der Mann ist nun Geschichte und hat uns nach eigenen Angaben blühende Landschaften, Einigkeit und ein Mädchen hinterlassen, das mittlerweile zur Mutti gereift ist. Ein wenig sehnsüchtig blicke ich schon auf diese Kohlära zurück. Das hat gewiss nichts mit den objektiven Ereignissen, sondern vermutlich mit meiner verflossenen Jugend zu tun. Als Mann im besten Alter frage ich mich, wohin denn diese Persönlichkeiten, an denen man sich reiben konnte, verschwunden sind. Ja, ok. Mutti ist klasse. Wie sie mit ihrer drögen Art alle in Leere laufen lässt. Respekt. Aber mir scheint, sie ist ein Auslaufmodel. Das Schlimme ist, dass mich das irgendwie beunruhigt. Ich habe mich so an ihre Gutenachtgeschichten und die Art, wie sie die anderen ungezogenen Politikerinnen und Politiker zur Raison bringt, gewöhnt. Hat sie wirklich vor mich mit all diesen Schreihälsen, die einem das Blaue vom Himmel versprechen zurückzulassen? Der einzige Trost ist, dass ihr Horst auch nicht mehr längste Laufzeit hat. Werden bald Politiker vom Format eines Guido Westerwelle (Gott hab ihn Seelig) regieren? Ein beängstigender Gedanke. Da habe ich doch mehr Vertrauen in Politikerinnen. Andrea Nahles hat das Zeug zum Kult. Schade, dass sie einer Nischenvolkspartei angehört. Es gibt heutzutage ja einen Haufen Volk und einen Haufen Nischen. Aus manchen schallt es „Wir sind das Volk“. Es ist alles ein wenig unübersichtlich geworden. Ich finde es traurig. Vor allem für das Wort Volk. Es ist ohne eigene Schuld ein wenig braun bekleckert worden. Haben wir früher ohne Hintergedanken Völkerball gespielt und sind im Volkswagen umhergefahren, ist man heute mit Wörtern wie Volksverräter und Umvolkung konfrontiert. Verspüren Sie auch diesen leichten Würgereiz? Ich hätte viel eher einschreiten sollen und den schleichenden Missbrauchs dieses alten Wortes bekämpfen solle. Verein gegen die einseitige Benutzung des Wortes Volk. Jetzt ist es zu spät. Das Volk ist zum Aussterben verurteilt. Ich meine natürlich das Wort Volk. Als hätte es der Gesetzgeber, bzw. die Gastgeberin geahnt, wurde es schon zur Jahrtausendwende aus vielen Gesetzestexten verbannt. War im Bundesseuchengesetz noch von der „Volksgesundheit“ die Rede, heißt es nun im Infektionsschutzgesetz „die menschliche Gesundheit“. Im Gesetz ist das Volk zu Menschen geworden. Da sieht man mal wieder wie weltfremd unsere Regierung ist. Ich bin auch sehr besorgt über die ganzen Arbeitsplätze bei Volkswagen. Dort ist man noch mit den Aufräumarbeiten aus den letzten Betrügereien beschäftigt und hat die Gefahr noch nicht erkannt, die dem Markennamen droht. Doch ich bin bereit, dem strauchelnden Konzern die Hand zu reichen und großzügig darüber hinwegzusehen, dass sich dieser aus einer Arbeitslosenorganisation der Nationalsozialisten entwickelt hat. Wie wäre es mit Menschenwagen? Nein, das klingt auch irgendwie brutal. Mehr nach Deportation als nach Ausflug ins Grüne. Wenn es schmissig und modern klingen soll, muss es natürlich englisch klingen. Peoplewagen? Das klingt ein bisschen nach Opel. Ein noch komplizierterer Sanierungsfall. Pepolecar? Ja warum nicht. German poeple car. Bitte jetzt nicht motzen. In schwierigen Zeiten muss man auch mal offen für Neues sein.
Wo war ich eigentlich stehengeblieben? Ja richtig. Bei dem was hinten rauskommt. Wenn ich mir diesen Text so anschaue, taugt er vielleicht wenigstens als Dung auf dem weiten Feld der Gedankensprünge.

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